Seit 2013 helfen in unserer "Dreiländer"-Selbsthilfegruppe Betroffene Betroffenen, mit Tinnitus, Hörsturz und Morbus Ménière umzugehen. Wir treffen uns regelmäßig ein- bis zweimal pro Monat abwechselnd im Wanderstützpunkt Blankenstein am Rennsteig bei Bad Lobenstein und im Sophiencafé der Diakonie Hof/Saale (in Bahnhofsnähe), während wir seit dem "Aus" unseres Stammlokals in Syrau derzeit keinen festen Treffpunkt im Vogtlandkreis haben.
Die organisatorische, logistische und fachliche Unterstützung der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. und die regionale fachliche Zusammenarbeit mit dem Tinnitus- und Schwindelzentrum im HNO-Uniklinikum Jena ermöglichte es uns, zahlreichen Betroffenen beim Umgang mit Tinnitus, Hörsturz, Geräuschempfindlichkeit oder Schwindelerkrankungen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Jeder von uns Aktiven hat in seinen Alltagserfahrungen mit Hörproblemen und dem unerwünschten "Blinden Passagier im Ohr" sehr viel "Laienkompetenz" erlangt, doch zur qualifizierten Beratung in unserer Selbsthilfe gehört viel Fachwissen, das wir in den regelmäßig von der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. angebotenen Seminaren, Fachvorträgen und Symposien auf Stand halten.
Doch am wichtigsten ist für Millionen Menschen, die sich oft allein und unverstanden mit Tinnitus und Hörverlust durch Alltag und Beruf kämpfen, die Gewissheit, hier verstanden zu werden, und mit dem, was sie begleitet, nicht allein zu sein. Dazu schenken wir Betroffenen mit unserer Erfahrung und dem aus der Not zusammengetragenen Wissen in Zeiten knapper öffentlicher Kassen, langer Wartezeiten bei ärztlich-therapeutischen Fachleuten sowie einem Überangebot an vermeintlichen Wundermitteln und Heilsversprechen ehrenamtlich ein offenes Ohr und informieren über das, was uns selbst geholfen hat oder doch nur ein kostspieliger Fehlgriff war. Doch nach weit über einem Jahrzehnt der freiwilligen Hilfe in unserer Dreiländerregion lichten sich durch den Berufs-, Alters- oder Gesundheitsbedingten Verlust langjähriger Mitstreiter die Reihen. Damit die Hilfe zur Selbsthilfe weitergehen kann, brauchen wir Euch. Ob Ihr selbst Betroffene, deren (mit-leidende) Angehörige oder einfach interessierte und hilfsbereite Zeitgenossen seid - meldet Euch telefonisch, per Email, oder kommt einfach zu einem unserer nächsten Treffen in Hof oder Blankenstein und schaut es Euch an. Wenn Ihr aktiv mitmachen wollt, stehen wir Euch mit Wissen, Erfahrung, Rat und Tat gern zur Seite. Bis bald.
Es ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert. Sommer ist, was in deinem Kopf passiert...
...und trotz Wonnewetter und Sonnenschein macht der Ton im Ohr dem Lärmpegel des Rasenmähers Konkurrenz. Muss er das auch? Aus Erfahrung nein! Eines der besten Hilfsmittel gegen Phantomgeräusche ist Entspannung. Nicht jeder kann damit umgehen, und jeder ist anders. Am 24. Mai kamen Interessierte bis aus Selb und Marktredwitz zum Treffen ins Hofer Sophiencafé. Mit Decken und Yogamatte bewaffnet, ließen sie sich vom Logopäden Peter Vucic auf eine Phantasiereise mit einer geführten Progressiven Muskelentspannung mitnehmen, die die Sinne weg vom "Blinden Passagier im Ohr" und hin zu anderen Sinnesreizen führen sollte. Anschließend durfte sich am Kaffeetisch über Erfahrungen und Effekte ausgetauscht werden, getreu dem Bibelwort "Prüft alles, das Gute aber behaltet!" Das Echo auf diese Aktion war so positiv, dass die Entspannung im Herbst noch einmal durchgeführt werden soll. Bis dahin! Und nicht vergessen: Wir hören was, was sonst keiner hört. Das soll uns nicht die pure Lust am Leben verderben. Seid dabei!
Euer Tinni-Team
2017 in der Ostthüringer Zeitung:
Selbsthilfe hilft bei der Bewältigung im Alltag
Seit über drei Jahrzehnten setzt sich die Deutsche Tinnitus-Liga e.V., der weltweit mitgliederstärkste Tinnitus-Selbsthilfe-Verband, mit der Unterstützung vieler Fachleute dafür ein, dass es Betroffenen und ihrem häufig mitbetroffenen Umfeld besser geht. Peter Vucic von der Selbsthilfegruppe Ostthüringen hat das erlebt: Der Logopäde ist seit 15 Jahren selbst auf beiden Ohren chronisch betroffen. Die ersten Jahre waren von Unruhe, Schlafstörungen und Rückzug geprägt - bis seine Ehefrau die damals nächstgelegene Tinnitus-Selbsthilfe in Kulmbach kontaktierte und ihn einfach anmeldete. Anders als befürchtet fand Peter Vucic dort keine klagenden gramgebeugten Betroffenen, sondern lebensfrohe und unternehmungslustige Menschen aller Altersgruppen und Berufssparten, die an guten und an schlechten Tagen füreinander da waren und ständig Aktivitäten planten, um sich bewusst von ihrem Tinnitus abzulenken und sie als Gleichgesinnte zusammenzuschweißen.
"Wenn ich anderen helfe, geht es mir selbst besser!"
So "aufgebaut", ließ sich Peter Vucic von der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. zum "Tinnitus-Berater" ausbilden und übernahm bei der Gründung der Selbsthilfegruppe Ostthüringen neben dem Schleizer Harry Apitz den Gruppenvorsitz. "Wenn ich anderen Menschen helfen kann," sagt der Hadermannsgrüner, "geht es auch mir mit meinen Geräuschen besser." Sein Wissen und seine Erfahrungen gibt er gerne bei den Themenabenden weiter, wo er auch gelegentlich Entspannungsübungen oder Hörtraining anleitet. Am liebsten referiert er zum Thema "Mit Tinnitus im Alltag leben".
Einen Anreiz dazu bietet bestimmt das Sommer-Veranstaltungslokal, der Wanderstützpunkt Blankenstein mit seinem Blick auf den Beginn von Rennsteig und Frankenweg und das romantische Höllental. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen.