Samstag 6.Juni 26 11:30h im Sophiencafé Hof:

"Ich höre was, was Du nicht hörst"

Tinnitus-Selbsthilfetreffen

von Betroffenen für Betroffene

 

 

Millionen Deutsche haben das schon erlebt: ein Summen, Rauschen, Zischen, Pfeifen oder Pochen im Ohr, dessen Ursache man vergeblich sucht. Was im Volksmund „Ohrensausen“ heißt, nennen Fachleute „Tinnitus“ – lateinisch für „Glöckchen“. Während die alten Griechen Ohrgeräusche noch als besondere Verbindung zur Götterwelt schätzten, können wir ihnen in einer Welt voller Geräuschquellen, Signaltöne und Ruhelosigkeit wenig abgewinnen. Dem Hadermannsgrüner Logopäden Peter Vucic, dem als Musiker zeitweise Rausch- und Pfeiftöne nach Auftritten nicht unbekannt waren, bot sich vor über 20 Jahren in einer langen Nacht am Schreibtisch, wo nach Feierabend wichtige Unterlagen auf Erledigung warteten, plötzlich ein ungewohntes Pfeifkonzert in Stereo, das einfach nicht enden wollte. Als er sich viele Wochen später ruhe- und schlaflos mit Konzentrationsproblemen bei seiner HNO-Ärztin meldete, war es schon zu spät: Die Phantomtöne hatten sich im akustischen Gedächtnis eingeprägt, von wo aus sie ohne Zutun des Gehörs ihr Unwesen im Kopf treiben konnten. Seitdem geht Peter Vucic 24 Stunden täglich mit einem „Zahnarztbohrer“ im linken Ohr und dem Testbildton rechts durch den Alltag und hat es geschafft, trotzdem nicht zu verzweifeln.

Wie ging das? Der Logopäde, von Berufs wegen mit der Funktion des Gehörs und der Wahrnehmung vertraut, kam auf sanften Druck seiner Frau in die Tinnitus-Selbsthilfe-Gruppe in Kulmbach, die heuer ihr vierzigjähriges Bestehen feiern darf, und wurde dort von Menschen, die über Jahre unverstanden und nicht ernst genommen die eine oder andere Ärzte-Odyssee durchgemacht hatten, angenommen und wieder aufgebaut. „Wenn man sich verstanden weiß und merkt, dass man mit seinem Problem, das sonst niemand nachvollziehen kann, nicht alleine ist, hat man den ersten Schritt zur Besserung erreicht. Hier darf man, ohne ausgelacht zu werden, laut sagen: "Ich höre was, was Du nicht hörst!“ Peter Vucic ging für mehrere Wochen zur Reha in eine spezialisierte Tinnitusklinik und lernte, vom Ton weg- und auf andere Dinge hin- zu hören. Er lernte Entspannungsmethoden, entdeckte viele Aktivitäten neu und merkte, wie wichtig Gemeinschaft mit gleichfalls Betroffenen für die Bewältigung einer Störung ist, die einem niemand ansieht. Nach Hause kam er verändert, ausgeglichener und mit Tatendrang. „Zusammen ist man weniger allein,“ wurde das Motto, mit dem er sich 2013 nach der Ausbildung zum Tinnitusberater in der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. gemeinsam mit Harry Apitz aus Oettersdorf bei Schleiz an die Gründung einer Tinnitus-Selbsthilfegruppe für die Region zwischen Jena, Vogtland und Frankenwald machte. Harry Apitz, gebürtiger Berliner, hatte nach der Wende den VdK im Schleizer Land mit aufgebaut und war als Schöffe im Sozialgericht Altenburg im Sozialrecht zuhause. Dank fachlicher Unterstützung des Tinnituszentrums der HNO-Uniklinik Jena und der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. wurde eine Gruppenarbeit mit wechselnden Treffpunkten rund um Schleiz, Plauen und Berg gestartet, zu deren Treffen sich sogar Betroffene aus dem Erzgebirge und ganz Thüringen bis zum Eichsfeld einfanden und beraten ließen.

Seit der Pandemiezeit wird auch Hof, dessen eigene Tinnitus-Selbsthilfegruppe sich zwischenzeitlich auflöste, mit betreut. Auch wenn die regelmäßigen Treffen im Hofer „Sophiencafé“ der Diakonie und im Blankensteiner Wanderstützpunkt, wo sich Höllental und Rennsteig treffen, stets gut besucht sind und jahrelange „Stammgäste“ aus Werdau bei Zwickau, Raschau im Erzgebirge, Saalfeld, Selb und Erfurt zu den „Tinnitus-Stammtischen in beiden Treffs kommen, um sich über das Leben mit dem „Blinden Passagier im Ohr“ auszutauschen, fehlen vor allem weitere engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die eine oder andere Aktion oder auch nur ein Treffen vorzubereiten und mit durchzuführen.

Mitgründer Harry Apitz, der sich mit dem Gießen besonderer Kerzen aus Bienenwachs vom Tinnitus ablenkt und dies auch schon im Fernsehen und bei Gruppenaktionen vorgestellte hat, lebt seit dem Winter dauerhaft strandnah in Südspanien, wo ihn das ständige Brandungsgeräusch den Tinnitus vergessen lässt. Logopäde Peter Vucic, der im vorigen Jahr seine einjährige Weiterbildung zum geprüften Audioberaten (GiB) absolviert hat und auf HNO-Rezept Implantat-versorgten Hörgeschädigten hilft, das Hören wieder neu zu erlernen, steht vor einer beruflichen Veränderung zurück in den klinischen Bereich, wo ihm weniger Zeit bleibt, um sich neben Arbeit und Familie allein um die Tinnitus-Selbsthilfegruppe mit ihren Aktivitäten zu kümmern. Gerne hätte er noch Unterstützung an seiner Seite, um die wertvolle Arbeit weiterzuführen. „Ohne die Selbsthilfe wäre ich nach einem Vierteljahrhundert ‚Zahnarztbohrer im Kopf‘ nicht da, wo ich heute bin. Und wenn ich anderen Betroffenen oder auch ihren meist hilflosen Angehörigen ein wenig weiterhelfen kann, geht es mir mit meinem Tinni gleich viel besser.“

Ich höre was, was Du nicht hörst... Tinnitus!

Themen-Stammtisch

Dank Mitgliedern aus dem thüringischen, bayerischen und sächsischen Vogtland findenen unsere Treffen abwechselnd im Wanderstützpunkt Rennsteig-Höllental in Blankenstein/Saale und dem Sophiencafé im Mehrgenerationenhaus Hof/S. statt. Seit Schließung des Café Syrau im Juni 25 laden wir Betroffene aus dem Raum Greiz/Schleiz/Plauen/Zwickau stattdessen nach Hof oder Blankenstein ein, wo ein- bis zweimal im Monat Samstags um 11:30 Uhr die Treffen für Betroffene und Angehörige stattfinden.  Willkommen!

Dafür ist keine Anmeldung notwendig.

Im Anschluss sind auch Einzelgespräche zwischen Betroffenen über Erfahrungen und dem Umgang mit dem Ton möglich.

 

Informative Vorträge

Wir laden immer wieder Fachleute ein, deren Vorträge uns wertvolles Wissen über Tinnitus, Hörsturz und Morbus Ménière, sowie Tipps zum Symptom-Management geben - vom HNO-Arzt über Hörakustiker bis zu Physiotherapeuten, Logopäden oder auch Spezialisten aus Kranken- und Sozialversicherungen. Vom Einstieg ins Hörtraining bis zur geführten Muskelentspannung ist oft Mitmachen angesagt, aber auch Zeit, die Referenten persönlich zu ansprechen. Dank von der DTL e.V. veranstalteter Fortbildungen und Seminare verfügt unsere Gruppe auch intern über geschulte Mitglieder, die auch die "Laienkompetenz" Betroffener und eigene Erfahrungen mit einbringen.

Infotelefon & Erstberatung

Für Erstinformationen, Terminfragen und erste Tipps für Betroffene stehen unsere Gruppensprecher gerne zur Verfügung. Zweiter Gruppensprecher Harry Apitz aus Oettersdorf bei Schleiz schöpft aus jahre-langer Erfahrung als Schöffe im Altenburger Sozialgericht, und Peter Vucic aus Berg-Hadermannsgrün, selbst seit 2002 beidseits betroffen und als Logopäde zum gepr. Audioberater (GIB) und ehrenamtlichen  DTL-Tinnitusberater ausgebildet, hat dafür eine eigene Telefonnummer geschaltet:

 

TinniFon: 0160 - 91557761

Tinnimail: tinnitus-selbsthilfe@web.de

Alles rund ums Ohr -

wo wir helfen können

Tinnitus

Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. MEHR

Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit ist eine Minderung des Hörvermögens. Die Ausprägung der Störung kann von leichter Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit reichen. MEHR

Hörsturz

Hörsturz ist eine plötzliche, zumeist einseitige Minderung des Hörvermögens, oft auch gleichzeitig mit Ohrgeräuschen (Tinnitus). MEHR

Hyperakusis

Hyperakusis bedeutet eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen sämtlicher Frequenzen auf einem oder auf beiden Ohren. MEHR

Morbus Menière

Morbus Menière ist ein meist attackenweiser, anfallsartiger Schwindel, der bis zu (mind.) 20-minütigen Drehschwindel-Anfällen führen kann. MEHR

Akustikusneurinom & Vestibularisschwannom

Da sich diese langsam wachsenden, "gutartigen" Tumore der Nervenscheiden ("Schwannzellen") durch Symptome wie Hörminderung, Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindelanfälle mit Gangunsicherheit ankündigen, können wir zumindest bei deren Bewältigung helfen. Für das Krankheitsbild selbst verweisen wir auf die Webseite der Deutschen Tumorhilfe, für deren Inhalt wir weder verantwortlich sind, noch haften, und sie deshalb auch nicht direkt verlinken:

https://www.hirntumorhilfe.de/hirntumor/tumorarten/akustikusneurinom/

Häufig gestellte Fragen

Welche Therapiemöglichkeiten für Tinnitus gibt es?

Da "Tinnitus" wie "Schmerz" nur ein Symptom mit über hundert bekannten Ursachen ist, gibt es bis heute kein nachweislich wirksames Mittel dagegen. Millionen chronisch Tinnitus-Betroffener in Deutschland stehen deshalb ratlos vor einem unüberschaubaren Angebot an Mitteln, Geräten, Apps und Methoden, deren Wirksamkeit trotz teils stolzer Preise nicht immer gegeben ist.

Unsere fachliche Anbindung an die 1986 gegründete Deutsche Tinnitus-Liga e.V., mit 11.000 Mitgliedern Europas mitgliederstärkster Tinnitus-Selbsthilfe-Organisation, hilft uns, immer aktuell über die Entwicklungen in Forschung und Therapie informiert zu sein. In den fast 40 Jahren ihres Bestehens hat sich die ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzierte DTL e.V. zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens entwickelt. Als fördernde Mitglieder unterstützen ca. 500 Fachleute, darunter renommierte Wissenschaftler, Ärzte der HNO und weiterer Disziplinen, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten, die Arbeit der DTL und stellen ihr Wissen und ihre Erfahrung auch bei Vorträgen, Seminaren, Fortbildungen und Tagungen als Dozenten zur Verfügung. 

Hier geht es zur Deutschen Tinnitus-Liga e.V.

Wo und wie oft finden die Treffen statt?

Als "Dreiländergruppe" im Dreiländereck Thüringen-Sachsen-Franken teffen wir uns ein- bis zweimal im Monat im Wechsel in Hof/Saale, in Syrau nahe Plauen und in Blankenstein/Saale. Unsere Teilnehmer kommen aus der ganzen Region zwischen Saalfeld, Zwickau, Hof und dem Frankenwald, wo wir durchgehend seit 2013 aktiv sind.

Regelmäßige SHG-Treffpunkte

  • Am letzten Samstag in jedem ungeraden Monat um 11:30 im Sophiencafé der Diakonie Hof/Saale, Sophienstraße Ecke Theresienstraße.
  • Im Sommerhalbjahr am 1.Samstag im Monat um 11:30 im Wanderstützpunkt Blankenstein an Saale, Höllental und Rennsteig.
  • Im Winterhalbjahr am 1.Samstag im Monat um 11:30 im Café Syrau/Vogtland an der Drachenhöhle.

Zusätzlich sind wir bei weiteren Veranstaltungen, wie Gesundheitsmessen, Klinik-Aktionstagen ober beispielsweise dem Sächsischen Hörtag vertreten.

Die aktuellen Termine finden Sie unter "Termine und Veranstaltungen". 

Gibt es Kosten für die Teilnahme?

Die Teilnahme an unseren Treffen, die wir "Tinnitus-Stammtisch" nennen, ist grundsätzlich kostenfrei. Als "Ehrenamtliche", die auch vieles in Eigenleistung stemmen, was unsere Zusammenkünfte ansprechender macht, freuen wir uns natürlich über den einen oder anderen "Taler" in unserer Kaffeekasse. 

Herzlich Willkommen!

Termine und Veranstaltungen

Treffs und Termine finden Sie hier

Über Änderungen oder Zusatztermine informiert tagesaktuell unsere Facebook-Seite 

https://www.facebook.com/TinnitushilfeRegional

“Durch die Selbsthilfegruppe habe ich gelernt, meinen Tinnitus zu akzeptieren und meine Lebensqualität wiederzuerlangen. Ich fühle mich verstanden und nicht allein mit meinem Leiden.”

[John Doe]

Kontaktformular:

Für Fragen oder Terminabsprachen stehen wir gerne zur Verfügung. Füllen Sie das Kontaktformular aus und wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Kontakte:

Gruppensprecher der

Tinnitus-Selbsthilfe Saale-Vogtland

 

Peter Vucic

Von-der-Grün-Str.18,

95180 Berg-Hadermannsgrün

Tel. 0160 - 91557761

selbsthilfe@tinnitushilfe.org

 

Harry Apitz

Kirchgasse 2

07907 Oettersdorf bei Schleiz

Ich höre was, was Du nicht hörst... oder doch?

Die Tinnitus-Selbsthilfe Saale-Vogtland ist eine Selbsthilfegruppe von Betroffenen, die es sich zum Ziel gemacht hat, einander und anderen von Tinnitus, Hörsturz und Morbus Ménière betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, um mit dem "Blinden Passagier im Ohr" und seinen Nebenwirkungen besser zu leben. Seit 2013 sind wir im Dreiländereck Franken-Sachsen-Thüringen aktiv und helfen mit Gesprächen, Treffen, Veranstaltungen und gemeinsamen Unternehmungen, trotz Tinnitus erfüllt zu leben.